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„Traumflieger“

Freiheit oder keine Angst vorm Fliegen…,. gefedert, geteert, geflogen gefallen, vestümmelt, verspottet….da gibt es Dädalus und Ikarus, ein griechischer Mythos, auch die Psychoanalytiker beschäftigten sich mit dem Thema ausführlich: Fliegen im Traum bedeutet?-

An Masken, Skulpturen und  Fotos arbeite ich momentan.

Martin Haeusler hat zu dem Thema „Freiheit“ einen schönen Text geschrieben:

Hätten Ikarus und Dädalus Angst vorm Fliegen gehabt, wären sie in Gefangenschaft geblieben. Wie sonst hätten sie Kreta verlassen können, wenn nicht durch die Luft? Dädalus, der Vater von Ikarus, erfindet deswegen bekanntlich eine Flug-Apparatur, auf der mit Wachs Federn angeklebt sind. Die Sache funktioniert, der Traum vom Flug übers Meer, der auch ein Traum von der persönlichen Freiheit ist, wird wahr. Mut und Kreativität sind nötig, um die in diesem Fall nicht einmal selbstverschuldetet Unfreiheit hinter sich zu lassen. Angst, Verzagtheit erst machen aus der Unfreiheit eine selbstverschuldetet Unfreiheit. So der Mythos. Er macht Mut, das Gefängnis des falschen Lebens zu verlassen und in ein anderes Leben, ein freies, dem Menschen gemäßes Leben aufzubrechen.-

Aber die Geschichte ist in dem Moment, wo sich Ikarus und Dädalus in die Lüfte erheben, nicht zu Ende, der Mythos geht über die Aufforderung zu Mut und Kreativität hinaus. Der Vater schärft dem Sohn ein, nicht zu hoch zu fliegen, und weil Ikarus doch zu hoch fliegt, zu nahe an der Sonne heran, schmilzt das Wachs. Ikarus ertrinkt im Meer. Weil er ungehorsam war? Weil er unvernünftig war in seinem Flugrausch? Der Raum der Freiheit, so weiß der Mythos, hat mit dem Raum der Ethik wenig Schnittmengen, mit dem Raum des Verantwortungsvollen Handeln, der Vernunft, der Einsicht in die Gefahren und Grenzen der verwendeten Technik, auch nicht.-

Die Freiheit, die ich mir wünsche, ist eine Freiheit, die mir erlaubt, das tun zu können, was ich für sinnvoll und zweckmäßig halte. Verzagtheit angesichts der damit verbundenen Gefahren, Angst vorm Fliegen, sind keine Lösung, wenn es um persönliche Freiheit geht. Zur Freiheit gehört allerdings auch die Einsicht, dass es daneben andere Werte gibt. Ethik, Verantwortung, Vernunft. Das Fliegen in Freiheit sollte zu einer positiven, wirkungsvollen Auseinandersetzung mit der Welt, die mich umgibt, führen und Verstrickungen in die Welten der Macht und des Neides überwinden.

 

 

 

 

 

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